Montag, 03 August 2020


Sich in der eigenen Haut wohlfühlen
  
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Allergie

Allergien sind fehlgeleitete Reaktionen unseres körpereigenen Abwehrsystems (Immunsystems) auf meist harmlose Substanzen unserer Umwelt. Durch Kontakt mit den Allergenen bildet unser Immunsystem Antikörper. Dann ist der Organismus gegen diese Substanz sensibilisiert. Bei erneutem Kontakt mit dem Allergen kommt es zur Auslösung der allergischen, krankmachenden Reaktion.

Allergen
Allergene sind meist harmlose (Ausnahme Bienen- oder Vespengift) Substanzen. Oft handelt es sich um Stoffe, die in unserer natürlichen Umwelt vorkommen: Nahrungsmittel, Pollen, Tierhaare. Daneben kennen wir Chemikalien wie Nickel oder Chrom oder Stoffe, die industriell hergestellt und in Textilien oder Pflegeprodukten etc verwendet werden. Es kann sich auch um Medikamente handeln.

Atopie
Atopie ist eine persönliche oder familiäre Veranlagung auf Kontakt mit bestimmten Allergenen (Pollen, Tierhaare, Milben, bestimmte Nahrungsmittel oder Schimmelpilze) Antikörper zu produzieren. Atopie ist keine Krankheit, sondern die Bereitschaft zur Entwicklung allergischer Symptome.

Erscheinungsformen der atopischen Erkrankungen
Die atopischen Krankheiten treten auf unter dem Bild eines saisonalen (Heuschnupfens) oder ganzjährigen Schnupfens, eines Asthma bronchiale oder auch eines Ekzemes (Neurodermitis oder atopisches Ekzem).

Allergologische Diagnostik
Wichtigstes Mittel in der allergologischen Diagnostik ist die Anamnese (Vorgeschichte). Dabei wird nach allergischen Krankheiten in der Familie gefahndet. Sodann wird im jetzigen Leiden des Patienten nach auslösenden Stoffen gesucht.
Hautproben werden je nach Typ der allergischen Reaktion durchgeführt. Bei Soforttypreaktionen werden Prick oder Scratch angewendet, zur Aufdeckung von ekzematösen Reaktionen dienen die Epikutan oder Patchtests.

Behandlung
Allergische Erkrankungen werden unterschiedlich behandelt. In Tablettenform stehen Antiallergika (Antihistaminika) zur Verfügung. Dies sind Medikamente, die die Freisetzung von Substanzen, die die allergischen Beschwerden auslösen, hemmen.
Daneben kommen antiallergische Augentropfen und Nasensprays zum Einsatz. Das allergische Asthma wird mit Medikamenten behandelt, die in die Lungen eingeatmet werden.
Neben der Symptombehandlung steht für den Heuschnupfen, das allergische Asthma oder die Insektenallergie als einzige langfristig wirksame Therapie die Desensibilisierung zur Verfügung. Diese wird auch Hyposensibilisierung oder Allergieimpfung genannt. Ziel ist es, die Überempfindlichkeit des Patienten herabzusetzen, so dass bei erneuter Allergenexposition keine oder nur milde allergische Symptome auftreten. Das Allergen wird in steigender Konzentration in das Unterhautfettgewebe des Oberarms gespritzt. Die Therapie dauert mehrere Jahre und weist bei Pollen- und Insektengiftallergie eine sehr gute Erfolgschance auf (80-95%).