Mittwoch, 18 Oktober 2017

Allergologie

Allergie

Allergien sind fehlgeleitete Reaktionen unseres körpereigenen Abwehrsystemes (Immunsystemes) auf meist harmlose Substanzen unserer Umwelt (siehe Allergen). Durch Kontakt mit den Allergenen bildet unser Immunsystem Antikörper (siehe Antikörper). Dann ist der Organismus gegen diese Substanz sensibilisiert. Bei erneutem Kontakt mit dem Allergen kommt es zur Auslösung der allergischen, krankmachenden Reaktion.

Allergen
Allergene sind meist harmlose (Ausnahme Bienen- oder Vespengift) Substanzen. Oft handelt es sich um Stoffe, die in unserer natürlichen Umwelt vorkommen: Nahrungsmittel, Pollen, Tierhaare. Daneben kennen wir Chemikalien wie Nickel oder Chrom oder Stoffe, die industriell hergestellt und in Textilien oder Pflegeprodukten etc verwendet werden. Es kann sich auch um Medikamente handeln.

Atopie
Atopie ist eine persönliche oder familiäre Veranlagung auf Kontakt mit bestimmten Allergenen (Pollen, Tierhaare, Milben, bestimmte Nahrungsmittel oder Schimmelpilze) Antikörper zu produzieren. Atopie ist keine Krankheit, sondern die Bereitschaft zur Entwicklung allergischer Symptome.

Erscheinungsformen der atopischen Erkrankungen
Die atopischen Krankheiten treten auf unter dem Bild eines saisonalen (Heuschnupfens) oder ganzjährigen Schnupfens, eines Asthma bronchiale oder auch eines Ekzemes (Neurodermitis oder atopisches Ekzem).

Allergologische Diagnostik
Wichtigstes Mittel in der allergologischen Diagnostik ist die Anamnese (Vorgeschichte). Dabei wird nach allergischen Krankheiten in der Familie gefahndet. Sodann wird im jetzigen Leiden des Patienten nach auslösenden Stoffen gesucht.
Hautproben werden je nach Typ der allergischen Reaktion durchgeführt. Bei Soforttypreaktionen werden Prick oder Scratch angewendet, zur Aufdeckung von ekzematösen Reaktionen dienen die Epikutan oder Patchtests.

Behandlung
Allergische Erkrankungen werden unterschiedlich behandelt. In Tablettenform stehen Antiallergika (Antihistaminika) zur Verfügung. Dies sind Medikamente, die die Freisetzung von Substanzen, die die allergische Beschwerden auslösen, hemmen.
Daneben kommen antiallergische Augentropfen und Nasensprays zum Einsatz. Das allergische Asthma wird mit Medikamenten behandelt, die in die Lungen eingeatmet werden.
Neben der Symptombehandlung steht für den Heuschnupfen, das allergische Asthma oder die Insektenallergie als einzige langfristig wirksame Therapie die Desensilbilisierung zur Verfügung. Diese wird auch Hyposensibilisierung oder Allergieimpfung genannt. Ziel ist es, die Überempfindlichkeit des Patienten herabzusetzen, so dass bei erneuter Allergenexposition keine oder nur milde allergische Symptome auftreten. Das Allergen wird in steigender Konzentration in das Unterhautfettgewebe des Oberarms gespritzt. Die Therapie dauert mehrere Jahre und weist bei Pollen- und Insektengiftallergie eine sehr gute Erfolgschance auf (80-95%).

>> Weitere Informationen als PDF
 

Kontaktekzem

Definition
Unter Kontaktekzemen versteht man Hauterkrankungen die durch Kontakt mit von aussen zugefügten Substanzen entstehen. Sie können eine allergische Ursache haben (z.B. Nickelekzem). Sie können aber auch durch reine Irritation (Reizung) der Haut entstehen (z.B. Abnützungsekzem bei häufigem Kontakt mit Putzmitteln). Allergische Kontaktekzeme treten z.B. auf bei Kontakt mit Kosmetika, Schmuck, Leder, Konservierungsmittel, Salbengrundlagen oder Textilien.

Wie sieht das Kontaktekzem aus?
Das Kontaktekzem äussert sich durch Juckreiz, Rötung, Bläschenbildung und Schuppung im Bereich der Kontaktstelle, kann aber beim allergischen Kontaktekzem auch an andere Körperstellen streuen.

Diagnose und Behandlung
Die genau Erhebung der Anamnese ( Vorgeschichte) kann in vielen Fällen bereits verursachende Kontaktsubstanzen hervorbringen. Wichtigste Allergieabklärung besteht im Epikutantest (Läppchenprobe). Dem Patienten werden dabei Testpflaster mit Allergenen auf den Rücken geklebt. Diese bleiben für 2 Tage dort, werden dann am 3. Tag abgenommen und an diesem sowie am 4. Tag bewertet.
Nach bekannt werden der verursachenden Substanz ist natürlich die Kontaktmeidung derselben die wichtigste Massnahme, die eigentlich die Besserung schon herbeiführen sollte.
Wenn die verursachenden Substanzen nicht aus der näheren Umwelt verbannt werden können, dann fällt den Schutzmassnahmen grösste Bedeutung zu. Dazu gehören Schutzhandschuhe, Schutzcremen und sinnvolle schonende Waschlotionen.
Oftmals wird zur Beschleunigung der Abheilung des Ekzemes kurzfristig eine entzündungshemmende (Steroid haltige) Crème verschrieben.